von iQed » Freitag 18. März 2011, 15:30
Hallo Rabe,
es mag schon polemisch sein, wenn man die Grünen zum Stromverzicht auffordert. Aber das, was du schreibst, ist halt auch nicht anderes in der anderen Richtung, quasi Gutmenschen-Polemik.
Ich finde es absolut wünschenswert, dass der OB von Tübingen als Ober-Öko die dämlichen Talkshowauftritte in Berlin unterlässt. Oder das Künast und Trittin auch mal 500 Meter zu Fuss laufen. Das hat zwar mit der Atomdebatte erstmal nichts zu tun. Aber ich bin es leid, dass einem von den Grünen und anderen Weltverbesserern gesagt wird, wie wir zu leben haben, dabei wollen die selbst keinen Deut verzichten, eben Wein trinken, Wasser predigen.
Das mit Arbeitslagern zu vergleichen ist absoluter Schwachsinn sorry, damit disqualifizierst du dich noch mehr.
Was mir fehlt, ist, dass mal von Atomkraftgegner ne VERNÜNFTIGE Lösung. wo der Strom den sonst herkommen soll. Da kommt dann eben nix. Das nenne ich Gutmenschentum. Ich würde auch gerne alle Probleme mit Luft und Liebe lösen, allein ich weiß, dass es nicht geht.
Klar, im Gegensatz zu SkinDiver würde ich nicht gern neben einem AKW wohnen, genausowenig wie neben einer Autobahn, nem Industriebetrieb oder nem Asylantenheim (böse, ich weiß). Das Risiko ist eben doch vertretbar. Es steht ja auch jedem frei, nicht neben einem AKW zu wohnen. Die besagt Studie ist übrigens keinesfalls ein FAKT, wie du es darstellst. Fakt ist aber, dass nie erhöhte Strahlendosen gemesen wurden. Mich würde eher verunsichern, ob die Gierkragen bei RWE und Co überhaupt sagen würden, wenn was passiert...
Der Nutzen ist nunmal relativ saubere und zuverlässige Energiegewinnung, der Riesennachteil der Atommüll, der ja aber so oder so schon da ist, ob die weiterlaufen oder nicht. Ich will nicht nur aus Atomidealismus ins Mittelalter zurück mit Fackeln und Kerzen. Wer will kann das ja machen, ich nicht. Und ich fände es auch nicht so schön, wenn jetzt nur noch Kohle verheizt wird, der Klimawandel wird weiter beschleunigt und die große Rohstoffkrise (auf die ich mich jetzt schon riesig freue...) kommt dann auch einige Jahre früher. Ich bin kein Stromverschwender, ich spare halt im kleinen, aber ich würde nicht auf den Bus umsteigen wollen oder nur noch einmal die Woche duschen gehen...
@berliner: Das mit dem Weltenergiehunger habe ich ja schon angestoßen ("Nur ein kleines Rad im Weltgetriebe").
Es wäre schon viel geholfen, wen Australier, Kanadier und US-Amerikaner mal auf ein vernünftige Maß kämen. Aber die Natur ist dort ein reiner Rohstofflieferant. Aber deren Umweltzerstörung wird sie früh genug noch selbst einholen. Man kann es ihnen irgendwie aber auch kaum vorwerfen. Das Thema spielt dort keine Rolle, viele wissen davon nichts, oder halten es für ein Märchen und der Staat tut dort auch nichts dafür. Wenn Strom nunmal nur umgerechnet 3-5 Eurocent kostet für eine Kilowattstunde, wie soll man dabei denn ein Sparbewusstsein entwickeln. Das gleiche bei Autos. Wenn du als Mann in nem Kleinwagen rumfährt, gilst du als unmännlich und arm.
Dass die Wirtschaft mehr oder weniger eine Parallelwelt ist (vor allem die Finanzwirtschaft) sehe ich auch kritisch, aber die Politik ist ja auch eine reine Gutmenschenklasse, die den Pöbel steuert. Allein dieses lächerliche Rumgedruckse mit unserer Einwandererproblematik, die viele Menschen im Alltag miterleben nur die Gutmenschen kennen die Probleme halt nicht und wenn, dann leugenen sie halt. Wenn man jetzt noch die manipulierenden Medien (BILD) dazurechnet, dann ist man schnell sehr frustriert. Ich finde es auch unerhört, das seit dem zweiten Weltkrieg nur noch auf Kosten der Nachfolgegenerationen gelebt wird. Sei es durch sinnlosen Rohstoofverbrauch, Umweltverschmutzung, Generationenvertragsrenten, überbordenden Schulden und durch ein außer Kontrolle geratenen Kapitalismus.
Eigentlich kann einem bei einem realistischen Blick in die Zukunft nur schlecht werden...