von roterrabe » Donnerstag 17. März 2011, 16:29
Der hier von einigen gepflegte Atomfetischismus geht mir nicht nur langsam auf den Keks, sondern es erschreckt mich, wie die Gehirnwäsche der Atomlobby und der sie tragenden politischen Fantasten trotz der Vorfälle in Japan immer noch wirkt.
Seit dem ersten deutschen Bundesminister für Atomfragen (1955), F.J. Strauss wird sich Intensiv um die Sicherheit der Atomkraftwerke gekümmert. Wie der Beschluss der Bundesregierung Merkel zur Laufzeitverlängerung aus dem letzten Jahr zeigt und das Moratorium der Regierung Merkel von Montag bestätigt, spielt die Sicherheit der Atomkraftwerke die herausragende Rolle für die Wirtschaft und Teile der politischen Kaste, – nur, die Sicherheit der Bevölkerung ist dabei immer noch untergeordnet, sprich unerheblich.
Wenn ich mich auf technische Machbarkeit reduziere ist die Wahrscheinlichkeit von technischen Fehlern in einer bestimmten Größenordnung vielleicht akzeptabel. Wenn ich die „Würde des Menschen“ (GG, Art 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.) in den Mittelpunkt stelle und die höchste Ausprägung der Menschenwürde ist nun einmal das Leben an sich, ist eine Technik die das Leben an sich gefährdet weil sie keine Fehler verzeiht nicht akzeptabel. Hier kann, hier darf es meines Erachtens keine Toleranz geben.
Ich lese hier beständig der Strom wird ja so teuer, weil der „Ökostrom“ (anstelle des Atomstroms) ja soviel kostet. Die Atomindustrie hat Schäden wie jetzt in Japan nicht mit in Ihren Atompreis einkalkuliert und bringt diese auch nicht mit zur Abrechnung. So etwas Unanständiges macht sie nämlich nicht, auch nicht in Deutschland, dass könnte ja den Stromkunden verunsichern und dann schläft er schlecht. Deshalb bringt sie ja auch nicht die Kosten für die Atommülllagerung und -Sicherung (hier kann man sicherlich darüber streiten ob nur für 100.000 Jahre oder ggf. länger) über den Strompreis an den Stromkunden heran, sondern überläst das den Stromkunden ganz versteckt in seiner Rolle als Steuerzahler. Die direkte Subventionierung der Atomindustrie über den Zeitraum von über 55 Jahren wäre ggf. noch bei der Berechnung eines realen Atomstrompreises hinzuzurechnen, wenn man zu einer realen Preisbildung kommen will.
Dagegen sind es Peanuts was an staatlichen Unterstützungsleistungen in die Entwicklung und den Ausbau menschenfreundlicherer Energieproduktionen geflossen ist.
Gruß Rabe
PS: Bevor auf mich eingeprügelt wird vorab noch folgende Ergänzungen.
I. Ich habe keine langen Haare, bin auch kein Hippie und zahle seit über 30 Jahren reichlich Steuern. Ich bin auch kein Muslim (auch kein Christ, kein Buddhist … (will ja keine Schleichwerbung machen)) und wünsche jedem Menschen, das er mit dem was er ist gut leben kann.
II. Aktuell mag ich keine Menschen die bereit sind, wegen irgendwelcher Profitinteressen das Leben und die körperliche und seelische Unversehrtheit vom meiner Familie, meinen Freunden und Feinden, den unter I. genannten Personen und jeder anderen bedürftigen Person aus solch niederen Gründen einer unnötigen Gefahr auszusetzen.
Die Faszinationskraft des Autos beruht auf der Illusion, Raum und Zeit beherrschbar werden zu lassen.
(Lothar Schmidt)